
DER PROLOG VON OCHRID
Hl.
Nikolaj Velimirović
Orthodoxe
Quellen und Zeugnisse


2. Januar
(15. Januar)
Gedenken: hl.
Sylvester, Bischof von Rom († 335); hl. Seraphim von Sarov († 1833);
hl. Theodota, Mutter der hll. Brüder Kosmas und Damian; hl. Ammon von
Tabennisi (5. Jh.); sowie hl. Märt. Sergios v. Cäsarea in Kappadokien
(† 301); hl. Mark der Taubstumme; hl. Ammon von Tabennisi, Mönch (5.
Jh.); hl. Hieromärt. Theogenes, Bischof von Parium auf d. Hellespont (†
ca. 320); hl. Kosmas, Erzbischof v. Konstantinopel († 1081); hl.
Sylvester v. Kiever Höhlenkloster (12. Jh.);
sel. Juliana v. Lazarevo († 1604); hl. Neumärt.
Zorzes (Georg) von Georgien († 1770).
1. Der hl. Sylvester, Bischof
von Rom, wurde
in Rom geboren und wurde von früher Jugend an in weltlicher Weisheit und
im christlichen Glauben unterwiesen. Sein Leben führte er stets nach den
Geboten des Evangeliums. Er zog viel Gewinn aus der Unterweisung durch den
Priester Timotheus. Sylvester selbst wurde Zeuge dessen, wie dieser für
den Glauben sein Leben gab, und dem Vorbild der heldenhaften
Selbstaufopferung seines Lehrers strebte er zeitlebens im selben Geist
nach. Im Alter von dreißig Jahren wurde er Bischof von Rom. Er änderte
die Gewohnheiten der Christen. Zum Beispiel schaffte er das Fasten am
Samstag ab, das von vielen Christen bis zu jener Zeit gehalten wurde, und
ordnete an, daß nur am Heiligen und Großen Samstag und an jenen
Samstagen, die in die Fastenzeiten fallen, gefastet werden soll. Durch
seine Gebete und Wunder trug Sylvester dazu bei, daß Kaiser Konstantin
zusammen mit der Kaiserin Helena zum wahren Glauben fanden. Später wurden
beide getauft. Er half Kaiserin Helena bei der Suche nach dem Verehrungs-würdigen
Kreuz. Sein irdisches Leben endete in Ehren, nachdem er zwanzig Jahre lang
die Kirche geleitet hatte, und wurde ins himmlische Königreich
aufgenommen.
2. Der gottgeweihte Seraphim
von Sarov war
einer der größten russischen Asketen; er war hell-sichtig und ein großer
Wundertäter. Er wurde im Jahr 1759 geboren und starb 1833. Seraphim
zeichnete sich durch große Demut aus. Als ihn die ganze Welt pries,
bezeichnete er sich selbst nur als den „elenden Seraphim“.
3. Die hl. Theodota war
die Mutter der Brüder Kosmas und Damian, der Uneigennützigen Ärzte und
Wundertäter. Theodota lebte ein gottgefälliges Leben und unterwies durch
ein solches Leben ihre Söhne.
4. Der gottgeweihte Ammon war
ein großer Asket des fünften Jahrhunderts. Er war der Abt des Klosters
von Tabennisi in Oberägypten. Dreitausend Mönche lebten dort in Askese
unter seiner Anleitung. Er besaß die Charismata der Wundertätigkeit und
des Unterscheidungsvermögens. Als ihn einmal ein Mönch um seinen Rat
fragte, sagte er: „Sei wie ein Gefangener im Kerker, der unablässig
fragt: Wann wird der Richter kommen? Genauso solltest du mit Furcht
fragen.“
LOBESHYMNE
Der
heilige Sylvester
O
wundervoller Herr, wundervoll bist Du in Deinen Heiligen,
Mächtig und barmherzig erscheinst Du durch Deine Heiligen.
Wie die Sonne durch die Sterne, so leuchtest Du durch Deine Heiligen,
Den Demütigen gibst Du Kraft; ins Paradies erhebst Du sie.
Den Einfältigen schenkst Du Weisheit; durch sie beschämst Du die Weisen;
Die Armen tröstest Du mit Güte; mit dem Himmel ernährst Du die
Hungrigen.
Heilige jeder Art gehören Dir,
Heilige empfängst Du jeglichen Alters, aus jedem Stand,
Ohne Kaste, ohne Rang: die Letzten oder die Ersten.
Rein von Sünde und fruchtbar im Guten,
geadelte Seelen, Deinem Christus verwandt,
Heilige nennst Du sie. Jeden rufst Du dazu auf,
Ein Heiliger zu sein. Jene, die antworten, reinigst Du,
Wäschst von ihnen die Sünden ab, so daß sie weiß werden wie Wolle,
Über solche freuen sich alle Himmel zusammen mit Dir.
Sylvester war ein solcher; über ihn freutest Du Dich,
Und um seinetwillen spendest Du Segen auch uns.
BETRACHTUNG
Was
erwidern wir jenen, die behaupten, Christus als Wundertäter habe keinen
Platz in der mensch-lichen Logik? Antworte einfach: „Versetzt euch in
Seine.“ In Seiner Logik ist alle Ewigkeit enthalten und alles, was in
der Zeit gut ist, und so könnt ihr, wenn ihr wollt, dort einen Platz für
euch selbst finden. Wenn ein Faß nicht in einen Fingerhut paßt, so paßt
doch ein Fingerhut in ein Faß. Der sel. Klemens von Alexandria sagt:
„Philosophen sind wie Kinder, bis sie in Christus die Mannesreife
erreichen..., denn die Wahrheit ist niemals allein im logischen Denken
enthalten.“ Christus kam, um die Menschen zu erneuern, und somit auch
die Logik des Menschen zu erneuern. Er ist unser Logos und unsere Logik.
Auf diese Weise müssen wir unseren Verstand nach dem Seinen ausrichten
– und nicht Seinen nach unserem. Er ist die Korrektur unseres
Verstandes. Die Sonne richtet sich nicht nach unseren Uhren, sondern die
Uhren richten sich nach der Sonne.
ZUM
NACHDENKEN
Laßt
uns nachdenken über den Herrn Jesus als Wort Gottes (Logos):
1.
Wie der Dreieine Gott alle Dinge durch Sein Wort, den Herrn Christus,
geschaffen hat;
2. Wie derjenige töricht ist, der sich von Christus, dem Wort Gottes,
entfernt, und in dem Chri-stus keinen Ort hat.
HOMILIE
Über
den Hochmut
Hoffart
kommt vor dem Sturz und Hochmut kommt vor dem Fall.
(Sprichwörter 16,18)
Von
all dem, was auf Erden unter den vier Himmelsrichtungen existiert, was, o
sterblicher Mensch, kann uns hochmütig machen außer Torheit und dämonischer
Täuschung? Kommen wir nicht nackt und arm in diese Welt hinein, verlassen
wir diese Welt nicht genauso wieder? Ist nicht alles, was wir haben, uns
geliehen, und müssen wir es nicht bei unserem Tode abgeben? Ach, wie oft
ist dies gesagt und überhört worden! Denn wir haben nichts in diese
Welt mitgebracht und können auch nichts aus ihr mitnehmen (1 Tim
6,7), sagt der weise Apostel. Und wenn wir Gott das Opfer darbringen –
Brot und Wein – sagen wir: „Das Deine vom Deinigen“, denn nichts in
dieser Welt ist unser eigen, weder eine Brotkrume noch ein Tropfen Wein
– es gibt nichts, das nicht von Gott gegeben ist. Wahrlich, Hochmut ist
die Tochter der Torheit, die Tochter eines umnachteten Geistes, geboren
aus einer üblen Verbindung mit den Dämonen.
Hochmut
ist ein weit geöffnetes Fenster, durch das all unsere Verdienste und
guten Werke schnell hinausgeblasen werden. Nichts bewirkt eine derartige
Leere vor den Menschen und Unwür-de vor Gott wie Hochmut. Gott ist nicht
stolz; wie können wir es dann sein? Wer hätte eher Grund, stolz zu sein
als Gott, Der die Welt erschuf und sie durch Seine Macht erhält? Und
siehe, Er ernie-drigte Sich und wurde zum Knecht, zum Knecht der ganzen
Welt – bis zum Tode, zum Tod am Kreuz.
O
Demütiger Herr, verbrenne in unseren Herzen die Teufelssaat des Hochmuts
mit der Flamme Deines Heiligen Geistes, und bereite in Ihm die gesegnete
Ernte der Demut und Sanftmut. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.