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GEBETE AM SEE
Hl. Nikolaj Velimirovic

Orthodoxe Quellen und Zeugnisse


 

VII

 

Könnte ich doch aus Steinen Musiker erschaffen und Tänzer aus dem Sand des Sees und Sänger aus den Blättern all der Bäume in den Bergen, so daß sie mir helfen würden, den Herrn zu verherrlichen; damit die Stimme der Erde zu vernehmen wäre inmitten der Chöre der Engel!

Die Söhne der Menschen fressen sich voll an der Tafel des abwesenden Hausherrn und singen für keinen außer für sich selbst und ihre Leckerbissen, die doch schließlich zur Erde zurückkehren müssen.

Äußerst traurig ist die Blindheit der Menschensöhne, welche nicht die Macht und Herrlichkeit des Herrn sehen. Ein Vogel lebt im Wald und sieht den Wald nicht. Ein Fisch schwimmt im Wasser und sieht das Wasser nicht. Ein Maulwurf lebt in der Erde und sieht die Erde nicht. Wahrhaftig, die Ähnlichkeit der Menschen mit Vögeln, Fischen und Maulwürfen ist äußerst traurig.

Wie Tiere schenken die Menschen dem, was im großen Überfluß vorhanden ist, keine Aufmerksamkeit, sondern sie öffnen ihre Augen nur vor dem, was selten oder außergewöhnlich ist.

Es gibt zu viel von Dir, Herr, mein Atem, daher sehen Dich die Menschen nicht. Du bist zu offensichtlich, Herr, mein Seufzen, daher ist die Aufmerksamkeit der Menschen von Dir abgelenkt und auf Polarbären gerichtet – auf ferne Seltenheiten.

Du dienst Deinen Dienern zu viel, meine süße Treue, daher überhäuft man Dich mit Hohn. Du steht zu früh auf, um die Sonne über dem See zu entzünden, daher können Dich die Schlafmützen nicht ertragen. Zu eifrig bringst Du die Lampaden am Firmament der Nacht zum Leuchten, mein unübertroffener Eifer, und die trägen Herzen der Menschen sprechen lieber über einen faulen Knecht als über den brennenden Eifer.

O meine Liebe, könnte ich doch alle Bewohner der Erde, Wasser und Luft dazu bringen, Dir eine Hymne zu summen! Könnte ich doch den Aussatz vom Antlitz der Erde entfernen und diese Dirnenwelt in jene Jungfrau verwandeln, die Du erschufest!

Wahrlich, mein Gott, groß bist Du – mit oder ohne die Welt.